Als die Europäische Union Programme zur Unterstützung der Bildung in Europa ins Leben gerufen hat,war es fast selbstverständlich, sie mit Namen wie „Sokrates“, „Comenius“ und „Grundtvig“ zu versehen. War es doch Sokrates, der bereits mit seinerm berühmten Erkenntnis „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ den Grundgedanken eines Lernens im Lebenslauf aussprach.
Comenius forderte in seiner „Großen Didaktik“ : „Alles soll wo immer möglich den Sinnen vorgeführt werden, was sichtbar dem Gesicht, was hörbar dem Gehör, was riechbar dem Geruch, was fühlbar dem Tastsinn. Und wenn etwas durch verschiedene Sinne gleichzeitig aufgenommen werden kann, soll es den verschiedenen zugleich vorgesetzt werden.“
(Comenius 8 1993, S. 136f.)Heutzutage spricht man von “Lernen mit allen Sinnen”.
Grundtvig ist der „Vater“ der Volkshochschule. Er gründete die allererste Volkshochschule im Jahre 1844 auf der Insel Fünen in Dänemark. Sein pädagogisches Konzept war das lebendige Wort zwischen Lehrer und Schüler. In Grundtvig-Schulen gibt es keine Noten. Nicht die Lehrer dozieren einen Stoff, sondern sie lernen selbst durch die Fragen der Schüler.
Geprägt von diesem Gedankengut hat sich unsere Volkshochschule zum Ziel gesetzt, einen nachhaltigen Beitrag zur Überwindung des Nichtwissens zu leisten – wenn auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten.
Völliges Nichtwissen definiert man als einen Zustand, der nach der Geburt für kurze Zeit besteht. Diesem Zustand wird ab den ersten Stunden sowohl ontogenetisch als auch kulturell und gesellschaftlich gegengesteuert. Mittel und Wege hierfür sind u.a. Sozialisation, Erziehung, Pädagogik oder Lernen im Lebenslauf.
Dass „Nichtwissen“ eher als eine positive Herausforderung als ein negativer Zustand zu bewerten ist, hat die Erziehungswissenschaft schon lange erkannt. Der Schulalltag zeigtallerdings, dass die Botschaft noch nicht umgesetzt wird: denn das Nichtwissen wird bestraft...mit schlechten Noten!
Eine der Stärken der Volkshochschule ist ohne Zweifel ihr Umgang mit dem Nichtwissen und mit den Bedürfnissen und Erwartungen der Lernenden, eine Zweite ist die Vielfalt der eingesetzten pädagogischen Methoden. Es gilt die eigene Entwicklungsfähigkeit und –willigkeit als Ressource für die weitere Entfaltung im Lebenslauf zu fördern. Wir sprechen von Aktualisierung des Wissens, vom positiven Umgang mit dem Nichtwissen. Unsere Dozentinnen und Dozenten sind bestrebt, das Lernen zu einer interaktiven Begegnung, zu einem Austausch von Erkenntnissen zu gestalten. Das Nichtwissen wird als motivierende Chance für die eigene Weiterbildung eingestuft.
In diesem Semester wird das „lebenswichtige“ Thema der gesunden Ernährung verstärkt behandelt. Mit neuen Erkenntnissen möchten wir Sie hier unterstützen, Ihr Leben im Lebenslauf besser zu gestalten.
Im Namen des Vorstands und der Geschäftsstelle wünsche ich Ihnen viel Erfolg sowie bereichernde Stunden und Begegnungen bei der Teilnahme an unseren Kursen. Für Ihre Treue und ihr Vertrauen bedanke ich mich sehr.
Hélène Sajons
1. Vorsitzende der Volkshochschule Olching
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