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212A004G Kamingespräch - Geschichte der Juden vom zaristischen Russland bis zur GUS

Zeitraum Mi., 17.11.2021 - Mi., 17.11.2021
Uhrzeit 19:00 Uhr - 21:00 Uhr
Dauer 1 x
Kursgebühr 12,00 €

Auf dem heutigen süd-russischen Boden haben sich Juden seit annähernd 2000 Jahre angesiedelt. Dies waren Handwerker, Landwirte und Händler, die zurzeit Alexander des Großen von Kleinasien, und in der Römischen Periode über Süd-West-Europa kamen. Aus dieser Periode zeugen die Funde jüdischer Ansiedlungen am Asowschen und Schwarzen Meer und auf der Krim, wie z.B. griechische Marmortafeln aus dem 1. Jhdt. (heute Eremitage St. Petersburg), und mehrere Grabsteine aus dem 2. u. 3. Jhdt.
Durch ein Ukas Katharina II. (1791) waren die Juden gezwungen, in den Städten des sogenannten Ansiedlungsrayons (Tchum) zu leben. Hier - in Bessarabien, Provinz Kiew, Czernigov, Poltawa, Minsk, Volhynia, Podolien, Krim, Litauen, Polen, Weißrussland und Ukraine - durften sie ständig wohnen, allerdings nur in Städten und Dörfern, nicht aber auf Gütern oder Bauernhöfen. Hinzu kam noch, dass Juden die doppelte Steuer gegenüber den Christen zu zahlen hatten. Der Widerruf des Ukasses erfolgte erst zur Revolution durch die provisorische Regierung, im November 1917.
Die Sprache der Juden in diesen Gegenden war das Jiddisch, die bis Mitte der 1930er Jahre auch Unterrichtssprache war. Aber es war auch - seit dem 18. Jhdt. - die Welt der "Stedtls" und des Chassidismus, der die jüdischen Menschen prägten.
Der Weltkrieg, unter dem auch die Revolution stattfand, brachte erneut unerträgliches Leid den russischen Juden. Einerseits durch Judophobie, Enteignungen und andrerseits durch schwere Pogrome wurden Hunderttausende von Juden zur Auswanderung nach USA, Westeuropa und Palästina gezwungen.
Unter Stalin kam es oft zu Schauprozessen, dem auch unzählige gelehrten Juden zum Opfer fielen. Während des "Großen Vaterländischen Krieges" (1941-45) waren Juden wieder das Opfer etlicher Anschuldigungen. So waren sie einmal als 'Kollaborateure' beschuldigt und von den deutschen Nazi-Horden, die in Osteuropa mit ihren Kollaborateuren wüteten, als 'Verbreiter des Bolschewismus' verfolgt und ermordet. Das Unglück aber, dass auf das Judentum, auf das gesamte ost- wie west-europäische Judentum hereinbrach: war die systematische Ausrottung durch Nazi-Horden und ihren Schergen...
Aufgrund dieser tragischen Geschichte war es folglich kein Wunder, dass während der Glasnost-Perestroika Periode tausende von ehemaligen Sowjet-Juden in den Westen, nach USA, Israel und auch Deutschland emigrierten.




Dozent(en)

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Kursort

Seminarraum 1

Hauptstr. 82
82140 Olching
 

Termine

Datum
17.11.2021
Uhrzeit
19:00 - 21:00 Uhr
Ort
Hauptstr. 82, vhs Olching, Seminarraum 1