Die gesetzlichen Krankenkassen haben seit Januar 2016 bundesweit die Kursüberprüfung und Entscheidung an eine Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) in Essen übertragen. Jeder Anbieter von Präventionsangeboten, also auch die vhs Olching, soll jeden einzelnen Gesundheitskurs bei der ZPP im Sinne von §20 SGB V aufwändig prüfen und bestätigen lassen.
Diese Neuregelung sorgt zunehmend für Verärgerung bei Teilnehmer/innen.
Immer mehr Krankenkassen verweigern eine Bezuschussung unter Hinweis auf die fehlende Zertifizierung. Unserer Meinung nach wird der „schwarze Peter“ den Volkshochschulen zugeschoben, denn neben dem schon bisher geforderten Nachweis der  Kursleiterqualifikationen, müssten wir hierzu:

- für jeden Kurs und einzelnen Kurstermin Angaben darüber machen, welche Ziele/Inhalte in den einzelnen Stunden vermittelt werden,
- speziell pro Kurs ein Kurshandbuch an die ZPP weiterleiten,
- einen wissenschaftlicher Nachweis der Wirksamkeit vorab erbringen,
- die Krankenkassen bei einer Nachsorge in Form von Evaluationsmaßnahmen/Fragebogenversand unterstützen; Daten können beliebig ausgetauscht werden.

- Zusätzlich wird reglementiert, dass ein Kurs z.B. nicht öfter als 12 mal  und mit maximal 15 Teilnehmenden stattfinden darf.
- Jede Teilnahmebescheinigung muss durch Unterschrift der vhs verpflichtend erklären, dass sie alle Vorgaben erfüllt, die in einem 110seitigen Leitfaden Prävention festgehalten sind, der vom GKV-Spitzenverband*) erstellt und 2014 letztmalig aktualisiert wurde.
- Der Volkshochschule wird mit einer Strafe von 5000 Euro bei Nichterfüllung organisatorischer, sachlicher, fachlicher, personeller Voraussetzungen gedroht.

Diese zeit-, personal-, damit kostenintensiven und auch noch risikobehafteten Arbeiten können wir als Volkshochschule Olching nicht leisten; hier handelt es sich unserer Meinung nach um originäre Aufgaben und Entscheidungen, die von einer Krankenkasse weiterhin selbst erbracht werden müssen.

Wir haben uns daher entschieden, keine Registrierung unserer Gesundheitskurse bei der ZPP vorzunehmen und keine von der ZPP geforderte Teilnahmebestätigungen auszufüllen, weil
- die von den Krankenkassen engen Vorgaben  - u.a. auf 8 bis maximal 12 Kurseinheiten - unserem Verständnis von Stetigkeit und nachhaltiger Gesundheitsbildung widersprechen
- eine inhaltliche Weiterentwicklung nicht vorgesehen ist, da einmal beschriebene Kursinhalte nicht abgewandelt werden sollen. Praktisch gesehen bedeutet das, dass quasi nur Anfängerkurse bezuschusst werden.
- Wir setzen auf die Qualität unserer erfahrenen, bestens aus- und fortgebildeten Kursleiterinnen und Kursleiter, die unsere Teilnehmer/innen seit vielen Jahren überzeugen, wie gut ihnen ein vhs-Gesundheitskurs tut, indem sie individuell auf die TN eingehen und Unterrichtsinhalte über mehrere Semester aufbauend an mehr als 12 Terminen vermitteln

Wir sind in intensivem Kontakt mit unserem Dachverband -  dem bayerischen Volkshochschulverband (bvv) -  und dem deutschen Volkshochschulverband (dvv), um bei den Krankenkassen Nachbesserungen der starren Regelungen zu erwirken.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis, Ihre Zustimmung und Unterstützung! Gesundheitsbildung an unserer vhs kann so weiterhin unbürokratisch, datengeschützt, qualitativ hochwertig und trotzdem preiswert in Ihrer Nähe angeboten werden.

Sonja Hofer
Geschäftsleitung

*) Leitfaden Prävention – Handlungsfelder und Kriterien des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung zur Umsetzung der §§20 und 20a SGBV vom 21. Juni 2000 in der Fassung vom 10. Dezember 2014 – in Zusammenarbeit mit den Verbänden der Krankenkassen auf Bundesebene