Grußwort zum Semesterprogramm - Frühjahr 2021

Lebensrhythmen

Unsere heutige Gesellschaft zeichnet sich durch ihre kulturelle Vielfalt und den bereichernden Wandel, den sie erfährt, aus. Mehr und mehr haben wir die Chance, mit Menschen aus zahlreichen Regionen, Ländern und Glaubensgemeinschaften zu sprechen und zu erfahren, was sie bewegt. Gemeinsamkeiten kommen ans Licht; über die Denkweise des anderen wird reflektiert. Bei näherem Betrachten stellen wir fest, dass viele von uns „Lebensrhythmen“ folgen, die oft mit unserer religiösen Zugehörigkeit verbunden sind. So z.B. sehen Christen den Sonntag als Ruhetag und als ersten Tag der Woche an. Für Juden beginnt mit dem „Schabbat“ am Freitagabend der Tag, an dem gebetet und nicht gearbeitet wird, und für Muslime ist Freitag – als Dschumu’a-Gebet bezeichnet - der wichtigste Gebetstag der Woche. Bei den Buddhisten ist „Uposatha“, der sich nach den Mondphasen richtet, ein Tag zum Meditieren und um zu sich zu finden. Gebetsstunden, Feiertage, Feierlichkeiten sowie Ernährungscodes beeinflussen deutlich unseren Lebensrhythmus. Allein diese Regelungen zeigen schon, wie stark das Leben jedes Menschen von seiner eigenen Kultur geprägt ist.

Spannend wird es, wenn man sich anderen Lebensrhythmen wertfrei nähert, und sie zu verstehen versucht. Manche Sitten und Bräuche anderer Kulturkreise mögen uns fremd erscheinen; eine Begründung, die meistens in der Geschichte des Landes oder der Region ihre Wurzeln hat, haben sie aber immer. Toleranz und Respekt sind die Schlüssel zu wertvollen Begegnungen und zu bereichernden Erkenntnissen. Umso wichtiger und verpflichtender ist es, dass unsere Volkshochschule einen Beitrag zum besseren Verständnis verschiedener Ansichten und Lebensweisen leistet. Dies tut sie mit diesem Bildungsprogramm für das Frühjahr 2021 eindeutig.

Das aktuelle Schwerpunkt-Thema „Jüdisches Leben“ behandelt verschiedene Facetten der Lebensrhythmen in der jüdischen Gemeinschaft. Vielseitige Veranstaltungen geben u.a. einen Einblick in „jüdischen Einzelschicksale in Olching und Umgebung“, berichten über „die Juden in Prag & Wien“, informieren über „Jüdische Bräuche“ und „Jüdische Literatur“ und helfen dabei das Judentum besser zu verstehen.

Das Jahr 2020 hat uns allen viele Unannehmlichkeiten beschert; unsere „Lebensrhythmen“ mussten neu erfunden werden. Auch in der Volkshochschule hat sich vieles geändert. Als Schutz für unsere Teilnehmer*innen war es unumgänglich, Kurse und Veranstaltungen zu verschieben bzw. abzusagen. Nach diesem turbulenten Jahr wünschen wir uns alle ein Stück Normalität wieder. Mit diesem vielseitigen Programm möchten wir dazu beitragen.

Für Ihre Treue und Ihre Unterstützung – ganz besonders in diesem außergewöhnlichen Jahr - möchte ich mich im Namen des Vorstands und des vhs-Teams sehr herzlich bedanken. Genießen Sie Ihre Zeit in unserer Volkshochschule! Wir freuen uns auf Sie!

Hélène Sajons
Ehrenamtliche Vorsitzende der Volkshochschule Olching